Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/stadtraum/zentrale-projekte/carolabruecke.php 14.05.2025 12:07:19 Uhr 14.05.2025 14:48:12 Uhr

Carolabrücke

Am 11. September kam es zu einem Teileinsturz der 1971 gebauten Carolabrücke. Seitdem ist die Carolabrücke zur Sicherheit aller vollgesperrt und wird abgerissen. Zugleich haben die Planungen für eine neue Brückenverbindung begonnen.

Was ist geschehen?

In den frühen Morgenstunden des 11. September 2024 kam es zu einem Teileinsturz der Carolabrücke. Auf einer Länge von etwa 100 Metern ist der Teil, auf welchem normalerweise die Straßenbahnen verkehren, in die Elbe gestürzt.

Ein unabhängiger Gutachter stellte im Dezember 2024 einen Zwischenbericht zum Brückeneinsturz vor. Daraus geht hervor, dass die Ursachen für die Schäden an allen Brückenzügen in der Bauzeit liegen. Sie sind so massiv, dass eine Wiederinbetriebnahme der noch stehenden Brückenzüge A und B nicht möglich ist. Das bedeutet: Alle Brückenzüge müssen abgerissen werden.

Für den Wiederaufbau der Carolabrücke gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Vorgehensweisen: Die Brücke kann mit moderaten Änderungen als Ersatzneubau wiedererrichtet werden – das würde am schnellsten gehen – oder mit mehr Gestaltungsspielräumen in einem Planfeststellungsverfahren, was zusätzlich drei bis sechs Jahre in Anspruch nehmen würde. Über diese Frage berät aktuell der Stadtrat.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu aktuellen Entwicklungen. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert.

Bitte Bereich meiden

Bitte meiden Sie weiträumig den Bereich und halten Sie die Zufahrtswege frei.

Aktuelle Meldungen

Update 14.05.2025:

Abrissarbeiten laufen ohne Unterbrechung 

Neue Entwicklung seit der PM „Carolabrücke: Abriss Brückenzug C wird fortgesetzt“ vom 13. Mai 2025

Am Mittwoch, 14. Mai, und Donnerstag, 15. Mai 2025, finden weiterhin Abrissarbeiten am Brückenzug C der Carolabrücke statt. Die Arbeiten sollten an diesen beiden Tagen unterbrochen werden, um die Flottenparade „Riverboat-Shuffle“ im Rahmen des Dixieland-Festivals am Donnerstag, 15. Mai 2025, nicht zu gefährden. Das ist nun allerdings nicht mehr nötig. 
Eine kurzfristige Anpassung des Konzeptes der Weiße Flotte Sachsen GmbH hat dankenswerter Weise ergeben, dass bei der Flottenparade „Riverboat-Shuffle“ keine Durchfahrten unter der Carolabrücke stattfinden werden. Zudem zeigen die aktuellen Ergebnisse des Schallemissionsmonitorings, dass die Abrissarbeiten am Brückenzug C keine kritischen Erschütterungen an den anderen beiden Brückenzügen auslösen. 

Alle Meldungen zur Carolabrücke

Zu den Meldungen


Wie geht es weiter?

Neubau der Brücke

Der Neubau der Carolabrücke soll zeitnah, zeitgemäß und zukunftsfähig erfolgen. Die Stadtverwaltung hat dem Stadtrat daher die Errichtung als Ersatzneubau vorgeschlagen. Dabei bestehen einige Spielräume für notwendige Anpassungen, wie ausreichende Radwege oder kleinere Änderungen wie die Reduzierung der Auffächerung der Brückenzüge. Diese Spielräume wurden zuvor durch ein Rechtsgutachten geklärt.

Nach der Grundsatzentscheidung wird eine konkrete Aufgabenstellung erarbeitet, um die Planungs- und Bauleistungen für dieses Großvorhaben europaweit auszuschreiben. So sollen die besten Ideen für die Gestaltung der neuen Carolabrücke gefunden werden. Zur Gestaltung der Brücke ist auch eine Einbindung der Dresdnerinnen und Dresdner vorgesehen. Auf dieser Basis kann dann eine konkrete Planung entstehen, die dem Stadtrat vor Umsetzung zum Beschluss vorgelegt wird. Darauf folgt die Genehmigungsplanung und Vergabe und schließlich der Bau der Brücke. 

Präsentationen zu Abriss und Neubau (Sondersitzung des Bau-Ausschusses am 30. April 2025)

Abbruch der Carolabrücke

Den Abbruch der Carolabrücke führt das Unternehmen Hentschke Bau GmbH durch. Der Abbruch von Brückenzug C ist weit fortgeschritten. Nach weiteren Drahtbrüchen in den anderen beiden Brückenzügen pausieren dort die Arbeiten und es erfolgt zunächst die Sicherung der Züge A und B mit Hilfsstützen. Dann können die Rückbau und Abbrucharbeiten fortgesetzt werden. Dabei soll der Einhängeträger über der Schifffahrtsrinne möglichst schnell entfernt werden. Die Landeshauptstadt steht in regelmäßigem Austausch mit dem Abbruchunternehmen und den beteiligten Behörden. So soll es möglichst schnell gehen, indem zum Beispiel notwendige Genehmigungen nach vorheriger Klärung erteilt werden können.

Untersuchung der Einsturzursachen

Ein unabhängiger Gutachter stellte am Mittwoch, 11. Dezember 2024 einen Zwischenbericht zum Brückeneinsturz vor. Daraus geht hervor, dass die Ursachen für die Schäden an allen Brückenzügen in der Bauzeit liegen. Sie sind so massiv, dass eine Wiederinbetriebnahme der noch stehenden Brückenzüge A und B nicht möglich ist. Das bedeutet: Alle Brückenzüge müssen abgerissen werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

  1. Hauptursache für den Einsturz: Der Grund ist eine wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion durch Feuchtigkeitseintrag während der Bauphase, verstärkt durch Ermüdung der Spannstähle. Der allmähliche Ausfall von Spanngliedern führte zum Verlust der Spannkraft. So stützte sich Zug C immer mehr auf den Querträger und damit auf die benachbarten Brückenzüge. Beim Einsturz riss dieser Querträger ab.
  2. Einsturz nicht vorhersagbar: Es gab keine hinreichenden Anzeichen, die einen Einsturz verlässlich hätten vorhersagen können. Aufgrund konstruktiver Besonderheiten gab es keine ausgeprägte Rissbildung. Der Einsturz ist das Ergebnis eines komplexen Versagensprozesses begründet in einer Kombination langfristiger Herstellungsfehler (wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion) und auslösender Faktoren (Temperatursturz, Verkehrsbelastung). 
  3. Gesetzliche Vorgaben eingehalten: Die Landeshauptstadt Dresden und die Prüfer haben die Vorgaben stets eingehalten. Die Carolabrücke wurde regelmäßig nach den einschlägigen Normen geprüft und Empfehlungen des Bundes zum Umgang mit Spannbetonbrücken umgesetzt. Besonderen Risiken für das Bauwerk wurde mit Sonderuntersuchungen und Dauerüberwachung begegnet. 
  4. Schlüsselfaktor Spannstahldefekte: Über 68 Prozent der Spannglieder in der Fahrbahnplatte von Zug C waren an der Bruchstelle stark geschädigt. Das ließ sich aber im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen nicht feststellen.
  5. Erhalt der Züge A und B nicht möglich: Das an Zug C angetroffene Schadensbild ist auch an Zug A und B zu finden. Aufgrund bereits eingetretener Rissbildung und damit eines möglichen plötzlichen Versagens ist eine Wiederinbetriebnahme – auch temporär – ausgeschlossen. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmenden: Fußgänger, Radfahrende und den Autoverkehr. 
  6. Schallemissionsmesstechnik: Dieses Überwachungsverfahren kann das Fortschreiten eines Schadensprozesses feststellen. Es wird zur Ermöglichung der Schifffahrt unter den Brückenzügen A und B der Carolabrücke ausgeweitet. 
  7. Einfluss von Tausalzen: Sogenannte chloridinduzierte Korrosion hat an Brückenzug C stattgefunden, war jedoch nicht ursächlich für den Einsturz. 

Rückblicke und Geschichte

Verkehrsversuch Carolabrücke

Auf der Carolabrücke startete am 2. September 2024 ein Verkehrsversuch mit dem Ziel, die Sicherheit und Wegführung für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Nach dem Teileinsturz am 11. September 2024 wurde der Verkehrsversuch abgebrochen. 

Rückblick Verkehrsversuch

Sanierung der Brückenzüge

Von November 2019 bis Juni 2021 wurde der östliche Brückenzug A der Carolabrücke saniert. Im Oktober 2022 startete die Sanierung des mittleren Brückenzuges B der Carolabrücke. Mit dem Einbau der Geländer Anfang Juni 2024 wurden die letzten Arbeiten abgeschlossen. 

Anzeige

Partner